Sehenswertes in Zettwing

Kirche zu Unserer Lieben Frauen Geburt

Die ursprünglich gotische Kirche, erstmals 1374 urkundlich erwähnt, wurde auf einem eher ungewöhnlichen quadratischen Grundriss errichtet. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Kirche 1620 niedergebrannt und anschließend wieder aufgebaut. Weitere Renovierungen und Reparaturen fanden in den Jahren 1735–1736, 1893 und 1940 statt.
Während der kommunistischen Herrschaft 1948–1989 wurde die Kirche nicht instand gehalten und verfiel stark. Seit 1995 wird die Renovierung durch die römisch-katholische Kirche organisiert, mit finanzieller Unterstützung durch das Kulturministerium der Tschechischen Republik, die österreichische Regierung, ehemalige Einwohner und Landsleute aus dem Ausland sowie die Südböhmische Region (Jihočeský kraj).
Die wichtigsten Arbeiten an Außen- und Innenrenovierung wurden 2003 abgeschlossen, und die Kirche wurde am 6. September 2003 feierlich neu geweiht – durch den Bischof von Budweis / České Budějovice, Mons. Paďour.
In den darauffolgenden Jahren traten jedoch weitere bauliche Probleme auf, insbesondere im Zusammenhang mit einer unzureichend gelösten Entwässerung und Drainage, weshalb neue Reparatur- und Bauarbeiten notwendig wurden.
Rund um die Kirche wurden Informationstafeln installiert, in Zusammenarbeit der Kirche mit der gemeinnützigen Organisation Zukunftsforum Freiwald.
Die Kirche wird nur gelegentlich geöffnet. Jedes Jahr Mitte August finden zum Beispiel Treffen der Familien und Landsleute statt, die mit Zettwing verbunden sind.

Die Kirche vor und nach der Renovierung (1995 und 2003).


Kircheninneres mit freigelegten gotischen Fresken.

Sebastianskapelle

Die Kapelle wurde erstmals 1740 erwähnt. Sie stand im Ortsteil Prägarten und es fanden Prozessionen zu ihr statt. Sankt Sebastian galt traditionell als Schutzheiliger gegen Feuer und Brände.
1860 wurde die Kapelle wegen des Baus eines neuen Hauses (Nr. 59) entfernt und später auf dem Hügel oberhalb von Zettwing neu errichtet, wo sie bis heute steht.
Der Überlieferung nach wird die Kapelle seit jeher von den Besitzern der Herrenmühle betreut. Dank ihrer Bemühung ist die Kapelle heute vollständig restauriert und erhalten.

Pfarrkapelle und Grottenkapelle

Die Pfarrkapelle wurde im Jahr 1827 neben einer Heilquelle mit gesundheitsförderndem Wasser errichtet, die bereits im Jahr 1616 erwähnt wurde.
Im Jahr 1833 wurde zur Pfarrkapelle ein Kreuzweg angelegt. Kreuzweg und Kapelle wurden in der Nachkriegszeit nicht renoviert und befanden sich zu Beginn der 1990er-Jahre in einem schlechten Zustand.
Nach dem Jahr 2000 führte die staatliche Forstverwaltung, Lesy České republiky, s.p., eine vollständige Restaurierung beider Kapellen und eine Grundinstandsetzung des Kreuzwegs durch.
Restauriert wurden ebenfalls die Heilquelle bei der Grottenkapelle und ein Flurdenkmal unbekannten Alters und Ursprungs.

Friedhof

Der Friedhof liegt direkt an der Straße nach Böhmdorf. Er wurde 1792 gegründet, und die Einwohner des Markts bestatteten dort mehr als 150 Jahre lang ihre Verstorbenen. Der Friedhof wurde in den 1950er-Jahren gemeinsam mit Zettwing zerstört. In den 1990er-Jahren wurde er nur schwer wiedergefunden, auf einem ehemaligen Deponiegelände, und anschließend teilweise instand gesetzt.

Denkmal für die Kriegsgefallenen (1.Weltkrieg)

Das Denkmal befindet sich in unmittelbarer Nähe des Friedhofs. Auf einem großen Granit-Findling war eine Marmorplatte mit den Namen der gefallenen Soldaten angebracht.

Jaroslav Novák Denkmal

Das Steindenkmal steht direkt an der Grenze, an der Stelle des ehemaligen Grenzübergangs. Jaroslav Novák war ein Angehöriger der Finanzwache in Zettwing. Er wurde im Sommer 1938 nachts versehentlich von einem seiner Kollegen erschossen.

Brunnen

Die Fundamente des Granitbrunnens befinden sich heute nahe der Kirche in Zettwing. Nichts deutet mehr darauf hin, dass der Brunnen einst von Häusern umgeben war und mitten auf dem Marktplatz stand.


Pestsäule

Die Pestsäule stand früher unmittelbar vor dem Brunnen. Auf einem dreiseitigen Sockel befanden sich Statuen der Heiligen Johannes und Paulus, des Heiligen Sebastian und des Heiligen Florian. In der Mitte des Sockels erhob sich eine dreieckige Steinsäule mit der Figur des Heiligen Johannes von Nepomuk, dem die Pestsäule gewidmet war.
Der Verbleib dieses wertvollen Denkmals nach der Zerstörung von Zettwing ist unbekannt.

Staatsgrenze

In Zettwing gab es vor dem Zweiten Weltkrieg zwei Grenzübergänge nach Österreich: den Übergang nach Mayrspindt und den Übergang nach Hammern. Die tschechische Zollstation befand sich am Grenzübergang nach Hammern.
Zunächst war der Zoll im Gebäude auf der österreichischen Seite untergebracht, erst Ende der 1930er-Jahre wurde das neue Zollgebäude auf der tschechischen Seite fertiggestellt.
Dank der Renovierungen 2005–2006 befinden sich die beiden Brücken und Übergänge heute wieder in gutem Zustand und dienen Fußgängern und Radfahrern.
Das ehemalige Zollgebäude befindet sich heute in Privatbesitz.



Weitere Informationsquellen:

Zettwing / Wikipedia page
Zettwing / Ausstellung in Freistadt
Zettwing / Aufnahme / Austattung eines Zeitzeugen